Ständer, Ollaständer (Holmos), Impasto-Keramik, etruskisch

2. Hälfte 7. Jh. v. Chr.

Antikes Original

Standort
Aktuell nicht ausgestellt
Inventarnummer
3778
Kulturkreis
Etruskisch
Fundort
Unbekannt
Herstellungsort
Cerveteri
Objektgattung
Gerät
Material
Ton, gebrannt
Herstellungstechnik
Keramik: Scheibengedreht, poliert, Open-Work Technik ("a ritaglio")
Masse
H max: 79,6 cm H mit Olla (Inv. 3777): 99,5 cm Dm Fuss max / Dm Mündung max: 35,1 / 39,0 cm Dicke der Wandung: 1,0-1,5 cm Gewicht (restauriert): 18 Kg

Beschreibung
Impastoständer zur Olla Inv.-Nr. 3777. Eine profilierte Fussleiste trägt einen breiten Sockelteil, darauf zwei kugelige Zwischenstücke (bullae) mit einem konischen, nach oben offenen Behälter. Die Zwischenstücke sind mit vier Verstrebungen von haken- oder hörnerähnlicher Form abgestützt. Auf dem Sockelteil zwischen senkrechten Schlitzen vier Rosetten (beides in openwork-Technik) mit plastischen Knöpfen als Mittelpunkt. Die Verstrebungen sind pro Etage um 45° versetzt; zwischen deren Ansatzstellen sind auf den Zwischengliedern und oberhalb der Rosetten je drei parallele Wellenbänder flach eingetieft. Der Kelch ist unverziert mit Ausnahme von zwei Relieflinien (Kerblinien), die unterhalb der ausbiegenden Mündung fast in der Art eines plastischen Profils angebracht sind. Herstellungstechnik: Zuerst hat der Töpfer im Innern des Sockels die Mittelpunkte der Rosetten markiert, bevor er darum herum mit einem Drahtstück oder einem anderen geeigneten Gegenstand die Blätter ausschnitt, deren Zahl zwischen 8 und 9 schwankt. Die aufgewulsteten Blattränder sind im Innern nur sehr unsorgfältig verstrichen. Die senkrechten Schlitze hat der Töpfer freihändig zwischen die Rosetten geschnitten. Oberhalb der Rosette finden sich im Innern mehrere Fingerabdrücke, die vom Anfügen der kugeligen Zwischenglieder oder der Verstrebungen herrühren, als der Töpfer im Innern Gegendruck geben musste. Diese Verstrebungen sind jeweils pro Etage entweder nach rechts oder nach links geneigt, was beim Anbringen der Wellenlinien geschehen sein wird, als Töpfer drei Fingerkuppen mit beträchtlicher Kraft in den bereits angetrockneten Ton drückte und dazu langsam die Töpferscheibe drehte. Olla und Holmos sind mit einem Überzug versehen (braunrot bis graubraun, an einzelnen Stellen auch gelblich bis ocker). Durch ihr Eigengewicht ist die Tonarchitektur einwenig eingesunken und weist an der Oberkante eine Differenz von 1,5 cm auf. Wahrscheinlich in Cerverteri hergestellt. In Teilen scheibengedreht, zusammengesetzt, Dekoration ausgeschnitten (Openwork-Technik) und aufgesetzt. Poröser, grobgemagerter Ton mit schwarze Einschlüsse. Die Berührungsflächen der Standfläche der Olla mit dem Holmos-Kelch sind abgearbeitet, der Ton und der Brand beider Objekte stimmt überein, somit die Zugehörigkeit der beiden Stücke gesichert scheint. Nach: Zindel 1981 und Zindel 1987. Zur Kontextualisierung in der Literatur: s. Zindel 1981 und Zindel 1987.
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Erhaltungszustand
Aus vielen Fragmenten zusammengesetzt. Einzelne Fehlstellen am Kelch, an den Verstrebungen, zwischen den Rosettenblättern und am Fussring sind modern ergänzt; die Fugen zwischen den vielen Einzelteilen wurden nach dem Zusammensetzen verstrichen, ebenso einige oberflächliche Bestossungen.
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Bibliographie
C. Zindel, Eine etruskische Olla mit Ständer, ASUZ 1, AntK 24, 1981, 114–120. Besonders: 114–120 Taf. 17, 1–3. C. Zindel, Frühe etruskische Keramik, Zürcher archäologische Hefte 5 (Zürich 1987). Besonders: 20–25 mit Anm. 27 Abb. 4. 6.
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Ausstellungen
Etrusker. Antike Hochkultur im Schatten Roms, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, 01.09.2017 - 28.02.2018
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